Composable Commerce
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Veröffentlicht am
21 February 2024

Composable Commerce vs. monolithische Architektur: Was passt zu euch?

Markus Lorenz
Markus Lorenz
CEO

Composable oder monolithisch? Die Frage wird gern als reine Technologie-Entscheidung verkauft, oft von Anbietern, die zufällig genau das im Angebot haben, wofür sie werben. In Wahrheit ist es eine Frage von Reifegrad und Geschäftsmodell.

Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Der Fehler ist nicht, sich für einen zu entscheiden, sondern die Entscheidung nach Trend statt nach den eigenen Voraussetzungen zu treffen.

Die kurze Antwort

Für die meisten Mittelständler ist ein gut gewählter Monolith wie Shopware oder Shopify der pragmatische Weg. Composable Commerce lohnt sich erst, wenn ihr ein Team habt, das die Architektur dauerhaft betreibt, und Anforderungen, die keine Standardplattform abdeckt. Composable ist mächtig, aber kein Selbstzweck. Wer es zu früh einführt, erbt Komplexität ohne den passenden Nutzen.

Was bedeutet monolithische Architektur?

In einem Monolithen sind alle Funktionen, Shop, Warenkorb, Checkout, Content, Backend, in einem zusammenhängenden System gebündelt. Shopware und Shopify sind im Kern solche Plattformen. Der Vorteil: Alles ist aufeinander abgestimmt, schneller startklar und mit einem Partner zu betreuen. Der Nachteil: weniger Freiheit, einzelne Bausteine unabhängig auszutauschen.

Was bedeutet Composable Commerce?

Composable Commerce heißt: Statt einer Plattform wählt ihr für jede Funktion das passende Spezial-Tool und verbindet sie über Schnittstellen, etwa Suche, Checkout, CMS und PIM von unterschiedlichen Anbietern. Das Prinzip dahinter nennt sich API-first. Der Reiz: maximale Flexibilität. Der Preis: mehr Teile, die zusammenspielen und gepflegt werden müssen.

Der ehrliche Vergleich

KriteriumMonolithComposable
Time-to-Marketschnellerlangsamer
Flexibilitätbegrenzthoch
Betriebein System, ein Partnerviele Teile, eigenes Team nötig
Laufende Kostenplanbarerhöher
Passt fürdie meisten Mittelständlerkomplexe, gewachsene Anforderungen

Die Composable-Falle

Composable klingt in der Theorie ideal: das Beste aus jeder Kategorie. In der Praxis stehen viele Mittelständler nach zwei, drei Jahren vor einem Stack, den niemand mehr vollständig überblickt. Jede Schnittstelle ist ein Wartungspunkt, jedes Tool ein eigener Vertrag und ein eigenes Update-Risiko.

Für einen Händler mit überschaubarem Umsatz und kleinem IT-Team ist ein voll-composables Setup oft Overkill: viel Aufwand für Flexibilität, die im Alltag gar nicht gebraucht wird.

Wann Composable die richtige Wahl ist

Composable passt, wenn drei Bedingungen zusammenkommen:

  • Ihr habt ein internes Entwicklerteam oder einen festen Partner, der die Integrationen dauerhaft betreut.
  • Euer Geschäftsmodell ist so spezifisch, dass keine Standardplattform es abbildet.
  • Ihr seid bereit, höhere laufende Kosten für Flexibilität zu tragen, weil sich euer Markt schnell ändert.

Fehlt auch nur eine dieser Bedingungen, ist ein pragmatischerer Weg meist die bessere Wahl.

Der pragmatische Mittelweg

Zwischen reinem Monolith und voll-composable liegt der Weg, den wir am häufigsten empfehlen: gezielte Entkopplungen. Ihr trennt genau dort, wo es Nutzen bringt, etwa das Frontend vom Backend oder den Content vom Shop, und lasst den Rest im bewährten System. So bekommt ihr einen Großteil der Flexibilität zu einem Bruchteil der Komplexität.

Wie wir bei datrycs beraten

Wir wählen Technologie nach Geschäftsmodell und Reifegrad, nicht nach Trend. Oft ist die ehrliche Antwort, dass ein sauber aufgesetzter Monolith mit ein, zwei gezielten Entkopplungen mehr bringt als ein komplettes Composable-Projekt. Über 40 umgesetzte E-Commerce-Projekte fließen in diese Einschätzung ein. Wie wir arbeiten, steht unter Wie wir arbeiten.

Häufige Fragen zu Composable vs. monolithisch

Was ist der Unterschied zwischen monolithischer und composabler Architektur?

Ein Monolith bündelt alle Funktionen in einem zusammenhängenden System, Composable Commerce setzt für jede Funktion ein spezialisiertes Tool ein und verbindet sie über Schnittstellen. Der Monolith ist schneller startklar und einfacher zu betreiben, Composable ist flexibler, aber aufwendiger.

Ist Composable Commerce besser als ein Monolith?

Nicht pauschal. Composable ist flexibler, aber auch teurer im Betrieb und braucht ein Team, das die Teile zusammenhält. Für die meisten Mittelständler ist ein guter Monolith die wirtschaftlichere Wahl. Die Frage ist nicht, was moderner ist, sondern was zu eurem Reifegrad passt.

Für wen lohnt sich Composable Commerce?

Für Unternehmen mit einem eigenen Entwicklerteam oder festen Partner, mit Anforderungen, die keine Standardplattform abdeckt, und der Bereitschaft, höhere laufende Kosten für Flexibilität zu tragen. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist ein Monolith mit gezielten Entkopplungen meist sinnvoller.

Sind Shopware und Shopify monolithisch?

Im Kern ja, beide sind zusammenhängende Plattformen. Gleichzeitig sind sie zunehmend API-first und lassen sich gezielt entkoppeln, etwa über ein Headless-Frontend. Damit deckt ihr einen Großteil der Composable-Vorteile ab, ohne den vollen Aufwand.

Was kostet Composable Commerce im Vergleich zum Monolithen?

Composable verursacht in der Regel höhere laufende Kosten: mehr Verträge, mehr Schnittstellen, mehr Wartung und der Bedarf an einem Team, das den Stack betreut. Die konkrete Höhe hängt von der Zahl der Systeme und dem Grad der Individualisierung ab.

Nächste Schritte

Ihr wollt wissen, ob Composable oder ein Monolith zu eurem Geschäft passt? Wir geben euch eine ehrliche Einschätzung nach eurem Reifegrad, kein Verkaufsgespräch. Unverbindlich Kontakt aufnehmen.

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