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12
min Lesezeit
Veröffentlicht am
29 April 2026

Shopware vs. Shopify 2026: Ehrlicher Vergleich für den Mittelstand

Markus Lorenz
CEO

Die meisten Shopware-vs-Shopify-Vergleiche im Netz sind von Agenturen geschrieben, die euch eines der beiden Systeme verkaufen wollen. Dieser nicht.

Was ihr stattdessen lest: eine Einordnung aus Händler-Perspektive. datrycs ist zertifizierter Partner für beide Plattformen. Unser Gründer hat als CTO von Lampenwelt.de den Umsatz von 40 auf 240 Mio. EUR skaliert. Die Empfehlung, die wir geben, richtet sich nach eurem Geschäftsmodell, nicht nach unserer Partnerprovision.

Dieser Artikel liefert keine Feature-Checkliste mit 47 Zeilen. Stattdessen bekommt ihr eine Entscheidungsmatrix, echte Kostenwahrheit und die vier Geschäftsmodell-Typen, für die jeweils eine der beiden Plattformen die bessere Wahl ist.

Warum Feature-Listen euch nicht weiterhelfen

Jeder Vergleichsartikel listet Funktionen auf: "Shopware kann X, Shopify kann Y." Das Problem: Beide Plattformen können mittlerweile fast alles. Die Unterschiede liegen nicht in den Features, sondern in drei anderen Dimensionen:

  • Betriebsmodell: Wer hostet, wartet, aktualisiert?
  • Ökosystem: Wo findet ihr Entwickler, Plugins, Agenturen?
  • Total Cost of Ownership: Was kostet das Ganze wirklich, nicht nur die Lizenz?

Genau darum geht es in diesem Artikel. Und wenn ihr bereits wisst, dass ihr migrieren müsst (etwa weil euer Shopware 5 keine Sicherheitsupdates mehr bekommt oder eure Shopify Scripts bis Juni 2026 abgeschaltet werden), dann ist dieser Vergleich euer Ausgangspunkt.

Die Entscheidungsmatrix: Vier Geschäftsmodelle, klare Empfehlungen

Statt Plattform-Features zu vergleichen, starten wir beim Geschäftsmodell. Denn die richtige Plattform hängt nicht davon ab, welches System mehr Checkboxen füllt, sondern davon, wie euer Unternehmen funktioniert.

Typ 1: DACH-fokussierter B2B-Händler mit komplexer Preislogik

Beispiel: Industriezulieferer mit 800 SKUs, kundenspezifischen Staffelpreisen, Genehmigungsworkflows und DATEV-Anbindung.

Empfehlung: Shopware.

Shopware 6 liefert B2B-Features nativ: Kundengruppen-Preise, individuelle Kataloge, Net-Preisanzeige, Rollen- und Rechtemanagement. Das alles ohne Plugins. Shopify bietet zwar seit 2024 eigene B2B-Funktionen, aber die DATEV-Integration, ZUGFeRD-Rechnungen und GoBD-konforme Buchführung sind im Shopware-Ökosystem deutlich ausgereifter.

Typ 2: Schnell wachsende D2C-Marke mit internationalem Anspruch

Beispiel: Fashion-Brand mit eigenem Label, 3 Mio. EUR Umsatz, Expansion nach UK und Frankreich geplant, kleines Tech-Team (1-2 Leute).

Empfehlung: Shopify.

Shopify Markets macht Multi-Währung und Multi-Sprache out of the box. Ihr braucht kein DevOps-Team, keine Server-Wartung, kein Deployment-Prozess. Dazu kommt ein App-Ökosystem mit über 17.800 Erweiterungen, das von Subscription Commerce über Loyalty Programme bis hin zu Influencer-Tracking alles abdeckt. Für D2C-Marken, die schnell iterieren wollen, ist das ein realer Geschwindigkeitsvorteil.

Typ 3: Mittelständischer Fachhändler mit gewachsener IT-Landschaft

Beispiel: Fachhändler für Büromöbel, 15 Mio. EUR Umsatz, ERP von SAP Business One, PIM-System im Einsatz, drei externe Schnittstellen zu Lieferanten.

Empfehlung: Shopware (mit Tendenz zu PaaS/SaaS).

Wenn ihr bereits eine komplexe IT-Landschaft habt, braucht ihr maximale Integrationstiefe. Shopware bietet drei Hosting-Modelle (Self-hosted, PaaS, SaaS) und vollen API-Zugriff. Ihr könnt euer ERP direkt anbinden, Custom-Workflows über die Flow Builder steuern und bei Bedarf Kernfunktionen überschreiben. Shopify erlaubt das in dieser Tiefe nicht, weil der Quellcode geschlossen ist.

Typ 4: Omnichannel-Händler mit stationärem Geschäft

Beispiel: Modekette mit 12 Filialen, Click-and-Collect, Filialbestandsanzeige im Shop, Loyalty-Programm über alle Kanäle.

Empfehlung: Shopify (wenn POS zentral ist) oder Shopware (wenn POS über Drittsystem läuft).

Shopify POS ist eines der ausgereiftesten nativen POS-Systeme im Markt. Wenn euer stationäres Geschäft ein zentraler Umsatzkanal ist und ihr ein einheitliches System für Online und Offline wollt, hat Shopify hier einen strukturellen Vorteil. Shopware hat kein eigenes POS, lässt sich aber über Partner wie Pickware oder Anbindungen an bestehende Kassensysteme integrieren.

Preisvergleich 2026: Was die Plattformen wirklich kosten

Die Lizenzkosten sind der einfache Teil. Die Tabelle zeigt die offiziellen Preise beider Plattformen:

Plan
Shopware
Shopify
Einstieg
Community Edition: 0 EUR
Basic: $39/Monat
Mittelklasse
Rise: ab 600 EUR/Monat
Grow: $105/Monat
Professional
Evolve: ab 2.400 EUR/Monat
Advanced: $399/Monat
Enterprise
Beyond: ab ca. 6.500 EUR/Monat
Plus: ab $2.300/Monat

Quellen: Shopware Pricing, Shopify Pricing

TCO-Ehrlichkeit: Die versteckten Kosten auf beiden Seiten

Die Lizenz ist bei beiden Plattformen nur ein Bruchteil der Gesamtkosten. Hier wird es ehrlich:

Versteckte Kosten bei Shopify:

  • App-Kosten. Ein typischer Shopify-Shop nutzt 8-15 Apps. Bei durchschnittlich $20-80 pro App und Monat summiert sich das auf $200-800 monatlich. Loyalty-Programm, erweiterte Suche, Bewertungssystem, Abo-Commerce: Jede Funktion jenseits des Kerns kostet extra.
  • Transaktionsgebühren. Wer nicht Shopify Payments nutzt, zahlt 0,5-2% zusätzliche Transaktionsgebühren. Bei 1 Mio. EUR Umsatz sind das 5.000-20.000 EUR pro Jahr.
  • Checkout-Anpassungen. Checkout-Customizing war bis 2024 nur über Scripts möglich. Diese werden bis Juni 2026 abgeschaltet. Die Migration auf Functions ist Pflicht und kostet Entwicklungszeit.

Versteckte Kosten bei Shopware:

  • Hosting. Die Community Edition braucht eigenes Hosting. Professionelles Managed Hosting liegt bei 200-800 EUR/Monat, je nach Traffic und Anforderungen. Shopware Cloud (PaaS/SaaS) schließt das ein, kostet aber entsprechend mehr.
  • Agentur-Abhängigkeit. Shopware-Projekte sind typischerweise agenturgetriebener als Shopify-Projekte. Setup, Theme-Anpassung, Plugin-Integration und Updates brauchen in der Regel eine Agentur. Rechnet mit 15.000-40.000 EUR für ein professionelles Setup und 500-2.000 EUR/Monat für laufende Betreuung.
  • Updates. Major-Upgrades (z.B. von Shopware 6.5 auf 6.6) können 2-4 Wochen Agenturarbeit bedeuten, besonders wenn Custom-Plugins im Spiel sind.

Realistisches TCO-Beispiel (1 Mio. EUR Jahresumsatz):

Kostenposition
Shopware (Rise)
Shopify (Grow)
Lizenz/Monat
600 EUR
ca. 100 EUR ($105)
Hosting/Monat
0 EUR (inkl.)
0 EUR (inkl.)
Apps/Plugins/Monat
100-300 EUR
300-600 EUR
Agentur/Monat
1.000-2.000 EUR
500-1.000 EUR
Transaktionsgebühren/Jahr
0 EUR (eigener PSP)
0-10.000 EUR
Gesamt/Jahr (ca.)
21.600-37.200 EUR
13.800-30.000 EUR

Die Zahlen variieren stark je nach Geschäftsmodell. Der Punkt ist: Wer nur auf die Lizenz schaut, vergleicht Äpfel mit dem Preisschild einer Birne.

Ökosystem und Erweiterbarkeit

Shopware: 3.500 Extensions, starker DACH-Fokus

Der Shopware Store bietet rund 3.500 Extensions. Das klingt nach wenig im Vergleich zu Shopify, aber die Qualität ist im DACH-Kontext oft höher: Steuerberater-Schnittstellen, deutsche Zahlungsanbieter (Mollie, Unzer, Heidelpay), Versanddienstleister (DHL, DPD, GLS) und ERP-Konnektoren (SAP, Microsoft Dynamics, DATEV) sind solide abgedeckt.

Die Plugin-Qualität schwankt allerdings. Bei Self-hosted Shopware seid ihr selbst dafür verantwortlich, dass Plugins nach Updates noch funktionieren. Das ist kein theoretisches Problem: Wir sehen regelmäßig Shops, in denen ein Plugin-Update nach einem Shopware-Core-Update den Checkout lahmlegt.

Shopify: 17.800+ Apps, globales Ökosystem

Shopifys App Store ist riesig. Für fast jedes Problem gibt es mindestens drei Apps. Der Nachteil: Qualitätskontrolle ist schwieriger. Nicht jede App ist gut, nicht jede wird langfristig gepflegt, und die Abhängigkeit von Third-Party-Apps für Kernfunktionen ist ein reales Risiko.

Der Vorteil: Für internationale Expansion, D2C-spezifische Use Cases und Marketing-Integrationen ist das Shopify-Ökosystem unschlagbar. Klaviyo, Gorgias, Recharge, Yotpo: Die besten SaaS-Tools im E-Commerce haben native Shopify-Integrationen.

Hosting und Betriebsmodelle

Hier liegt einer der fundamentalsten Unterschiede.

Shopify ist ausschließlich SaaS. Ihr bekommt ein System, das gewartet, gehostet und aktualisiert wird, ohne dass ihr etwas tun müsst. Kein Server-Setup, kein Deployment, keine Sicherheitspatches. Das ist gleichzeitig die größte Stärke und die größte Einschränkung: Ihr gewinnt Betriebssicherheit, verliert aber Kontrolle.

Shopware bietet drei Modelle:

  • Self-hosted (Community Edition). Volle Kontrolle, volle Verantwortung. Ihr braucht DevOps-Kompetenz oder eine Agentur, die das für euch übernimmt. Ideal für Teams, die eigenes Hosting bereits betreiben und maximale Flexibilität brauchen.
  • PaaS (Platform as a Service). Shopware stellt die Infrastruktur, ihr deployed euren Code. Ein Mittelweg zwischen Kontrolle und Komfort. Verfügbar seit der Shopware Cloud Einführung.
  • SaaS. Vergleichbar mit Shopify: gehostetes, gewartetes System. Allerdings mit weniger Anpassungsmöglichkeiten als Self-hosted. Für Händler, die Shopware-Features wollen, aber kein eigenes Hosting betreiben möchten.

Die ehrliche Einordnung: Wenn euer Team kein technisches Know-how hat und ihr keinen regelmäßigen Agentur-Retainer plant, ist Shopify operativ einfacher. Wenn ihr ein Dev-Team habt (oder aufbauen wollt) und maximale Kontrolle braucht, ist Shopware Self-hosted oder PaaS die bessere Wahl.

DACH-Compliance: DATEV, GoBD, ZUGFeRD, DSGVO

Für deutsche Händler ist Compliance kein Nice-to-have, sondern Pflicht. Und hier unterscheiden sich die Plattformen deutlich.

Anforderung
Shopware
Shopify
DATEV-Schnittstelle
Nativ über Plugins (z.B. Pickware, JTL)
Über Drittanbieter (z.B. Amainvoice, sevdesk)
GoBD-konforme Belege
Standard bei DACH-Plugins
Erfordert zusätzliche App + Konfiguration
ZUGFeRD-Rechnungen
Verfügbar über Extensions
Kaum native Unterstützung
DSGVO-Compliance
Starkes Plugin-Ökosystem (Cookie-Consent, Datenschutz-Texte)
Grundfunktionen vorhanden, Details über Apps
Rechtstexte (AGB, Widerruf)
Standardmäßig DACH-konform aufgebaut
Templates sind US-zentriert, Anpassung nötig
Steuerlogik DACH
Nativ korrekt (inkl. OSS, Kleinunternehmer)
Korrekt, aber weniger granular konfigurierbar

Fazit DACH-Compliance: Shopware ist hier klar im Vorteil. Das System wurde für den deutschen Markt gebaut, und das merkt man an jeder Stelle. Shopify funktioniert für deutsche Händler, erfordert aber mehr Konfigurationsaufwand und Third-Party-Abhängigkeiten.

Der Shopware-5-Elefant im Raum

Wenn ihr noch Shopware 5 betreibt: Die Sicherheitsupdates sind seit Juli 2024 eingestellt. Der kommerzielle LTS-Support über Safefive läuft noch bis 2029, aber das bedeutet nur Notfall-Patches, keine neuen Features und keine Plugin-Kompatibilität.

Ihr müsst sowieso migrieren. Und genau jetzt ist der Moment, grundsätzlich zu evaluieren.

Die Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 ist kein einfaches Upgrade. Es ist ein Replatforming. Neues Framework (Symfony statt Enlight), neue Plugin-Architektur, neues Admin-Interface. Der Aufwand ist vergleichbar mit einem Plattformwechsel zu Shopify.

Wenn ihr ohnehin alles neu bauen müsst, stellt sich die Frage berechtigt: Ist Shopware 6 die richtige Plattform, oder wäre ein Wechsel zu Shopify sinnvoller? Die Antwort hängt von eurem Geschäftsmodell ab (siehe Entscheidungsmatrix oben).

Was ihr nicht tun solltet: Shopware 5 weiter betreiben und hoffen, dass nichts passiert. Jeder Monat ohne Migration erhöht eure technischen Schulden und das Risiko eines Sicherheitsvorfalls.

Skalierung: Was passiert bei 1-10 Mio. EUR Umsatz?

Beide Plattformen skalieren bis 10 Mio. EUR Jahresumsatz problemlos. Die Frage ist, wie die Skalierung aussieht.

Shopify skaliert vertikal durch Plan-Upgrades. Von Basic über Grow und Advanced bis Plus. Jeder Plan bringt mehr Features und bessere Konditionen. Bei 10 Mio. EUR Umsatz seid ihr typischerweise auf Shopify Plus ($2.300/Monat), das euch erweiterte Checkout-Anpassungen, höhere API-Limits und dediziertes Account-Management bietet.

Shopware skaliert horizontal. Ihr könnt mit der Community Edition starten und bei Bedarf auf Rise, Evolve oder Beyond upgraden. Oder ihr bleibt auf Community und skaliert über besseres Hosting, Caching und Infrastruktur. Die Freiheit, wie ihr skaliert, ist größer, erfordert aber auch mehr technische Kompetenz.

Realer Vergleichspunkt: Ein Shopify-Shop mit 5 Mio. EUR Umsatz läuft in der Regel stabil auf Advanced ($399/Monat) plus Apps. Ein Shopware-Shop mit 5 Mio. EUR Umsatz läuft typischerweise auf Rise oder Evolve mit dediziertem Hosting. Der operative Aufwand bei Shopware ist höher, die Anpassbarkeit aber auch.

Was wir bei datrycs in Projekten sehen

Wir begleiten Plattformwechsel seit Jahren. Drei Muster tauchen immer wieder auf:

Muster 1: "Wir haben Shopify gewählt, weil es einfacher ist." Stimmt für die ersten 6 Monate. Danach kommen die App-Kosten, die Checkout-Einschränkungen und die fehlende DATEV-Anbindung. Für reine D2C-Marken ist das akzeptabel. Für B2B-Händler wird es zum Problem.

Muster 2: "Wir haben Shopware gewählt, weil es flexibler ist." Stimmt ebenfalls. Aber Flexibilität ohne ein Team, das sie nutzt, ist nur Komplexität. Wir sehen regelmäßig Shopware-Projekte, die an der eigenen Ambition scheitern: Custom-Themes, die niemand warten kann. Plugin-Abhängigkeiten, die bei jedem Update Probleme machen. Hosting-Setups, die niemand im Team versteht.

Muster 3: "Wir haben die falsche Plattform gewählt." Das passiert, wenn die Entscheidung nach Features statt nach Geschäftsmodell getroffen wird. Die Kosten eines Plattformwechsels nach 18 Monaten sind brutal: 6-12 Monate Projektlaufzeit, 80.000-200.000 EUR Budget, Team-Frustration.

Häufige Fragen zu Shopware vs. Shopify

Was ist besser: Shopware oder Shopify?

Keines ist pauschal "besser". Shopware ist die stärkere Wahl für DACH-fokussierte Händler mit komplexen Anforderungen (B2B, Custom-Integrationen, DATEV). Shopify ist stärker für D2C-Marken mit internationaler Ausrichtung und kleinen Tech-Teams. Die richtige Frage lautet nicht "Was ist besser?", sondern "Was passt zu meinem Geschäftsmodell?".

Was kostet Shopware 6 im Vergleich zu Shopify?

Die reinen Lizenzkosten starten bei Shopware bei 0 EUR (Community Edition) und bei Shopify bei $39/Monat (Basic). Das sagt aber wenig aus. Der realistische TCO für einen mittelständischen Shop (1 Mio. EUR Umsatz) liegt bei Shopware bei ca. 22.000-37.000 EUR/Jahr und bei Shopify bei ca. 14.000-30.000 EUR/Jahr. Die Details stehen in der TCO-Tabelle weiter oben.

Ist Shopware oder Shopify besser für B2B?

Shopware. Kundengruppen-Preise, Genehmigungsprozesse, individuelle Kataloge und Net-Preisanzeige sind nativ vorhanden. Shopify hat seit 2024 B2B-Features (B2B on Shopify), aber diese sind auf Shopify Plus beschränkt (ab $2.300/Monat) und weniger ausgereift. Wer ernsthaftes B2B im DACH-Raum betreibt, fährt mit Shopware besser. Einen detaillierten Blick auf Shopifys B2B-Grenzen liefert unser Artikel zu Shopify B2B-Funktionen.

Ist Shopify DSGVO-konform in Deutschland?

Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Shopify speichert Daten auf Servern in Nordamerika und Europa. Seit 2023 gibt es die Option, Kundendaten in der EU zu speichern (Shopify Markets). Die DSGVO-konforme Nutzung erfordert allerdings zusätzliche Konfiguration: Cookie-Consent-Banner, angepasste Datenschutzerklärung, korrekte Datenverarbeitungsverträge mit App-Anbietern. Shopware-Shops, die in der EU gehostet werden, haben hier weniger Konfigurationsaufwand.

Welches System skaliert besser für 1-10 Mio. EUR Umsatz?

Beide skalieren technisch problemlos. Der Unterschied liegt im Wie: Shopify skaliert durch Plan-Upgrades (vorhersehbare Kosten, weniger Kontrolle), Shopware durch Infrastruktur-Skalierung (mehr Kontrolle, mehr operativer Aufwand). Für die meisten mittelständischen Händler in diesem Umsatzbereich funktionieren beide Plattformen zuverlässig.

Kann ich von Shopware 5 auf Shopify wechseln?

Ja. Die Migration von Shopware 5 nach Shopify ist technisch ein komplettes Replatforming: Produktdaten, Kundendaten, Bestellhistorie und SEO-Weiterleitungen müssen migriert werden. Der Aufwand ist vergleichbar mit einer Migration auf Shopware 6. Entscheidend ist nicht die technische Machbarkeit, sondern ob Shopify zu eurem Geschäftsmodell passt. Nutzt die Entscheidungsmatrix oben als Ausgangspunkt.

Brauche ich für den Wechsel eine Agentur?

Für Shopware: In der Regel ja, besonders bei Self-hosted und komplexen Setups. Für Shopify: Einfache Shops könnt ihr selbst aufsetzen. Sobald Custom-Integrationen, Datenmigrationen oder komplexe Anforderungen ins Spiel kommen, braucht ihr professionelle Unterstützung. Die Frage ist nicht ob, sondern wie viel Agenturleistung ihr braucht.

Der nächste Schritt

Ihr habt jetzt eine Entscheidungsmatrix, echte Kostenzahlen und eine ehrliche Einschätzung beider Plattformen. Was ihr nicht aus einem Artikel bekommen könnt: eine Bewertung eurer spezifischen Situation.

Welche Integrationen sind geschäftskritisch? Wie sieht eure aktuelle IT-Landschaft aus? Welche Wachstumspläne habt ihr für die nächsten 3 Jahre? Das sind die Fragen, die über die richtige Plattform entscheiden.

Wir führen dieses Gespräch regelmäßig mit Händlern, die vor genau dieser Entscheidung stehen. Kein Verkaufsgespräch, sondern eine strukturierte Evaluation eurer Anforderungen mit einer klaren Empfehlung am Ende.

Sprecht uns an, und wir sortieren das gemeinsam durch.

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