Shopware
14
min Lesezeit
Veröffentlicht am
10 April 2026

plentymarkets LTS wird abgeschaltet: Welche Optionen Shopbetreiber jetzt haben

Markus Lorenz
CEO

Euer plentymarkets Shop läuft. Bestellungen kommen rein, die Marktplatz-Anbindungen funktionieren, das Warenwirtschaftssystem tut, was es soll. Warum also etwas ändern?

Weil plentysystems euch die Entscheidung abnimmt. plentyShop LTS, das klassische Ceres-Frontend, wird abgeschaltet. Die Ankündigung kam ohne großes Aufsehen, aber die Konsequenz ist klar: Wer noch auf dem alten Frontend arbeitet, verliert Support, Updates und perspektivisch die Funktionsfähigkeit seines Shops.

Das betrifft nicht alle plentymarkets-Nutzer gleich. Aber für diejenigen, die es betrifft, ist die Frage nicht ob, sondern wann und wohin. Und genau darum geht es in diesem Artikel: Welche Optionen habt ihr, was kosten sie, und wie plant ihr den Wechsel, ohne euer Tagesgeschäft zu gefährden?

Was mit plentyShop LTS passiert

plentyShop LTS ist der Name des alten Shop-Frontends, das auf dem Ceres-Template basiert. Es war jahrelang der Standard für plentymarkets-Nutzer, die einen eigenen Onlineshop betreiben wollten, nicht nur Marktplätze bespielen.

plentysystems hat die Weiterentwicklung von plentyShop LTS eingestellt. Das bedeutet konkret:

Keine Feature-Updates mehr. Neue Funktionen, die plentysystems für den Shopbereich entwickelt, landen ausschließlich im neuen plentyShop (basierend auf einer modernen Frontend-Architektur). Das alte LTS-Frontend wird nicht mehr erweitert.

Keine Sicherheitspatches mehr. Ohne aktive Wartung bleibt euer Frontend auf dem Stand der letzten Version. Sicherheitslücken, die nach der Abschaltung entdeckt werden, bleiben offen.

Keine Kompatibilitätsgarantie. Wenn plentysystems Änderungen an der Backend-API vornimmt (und das passiert regelmäßig), kann es sein, dass euer LTS-Frontend nicht mehr korrekt funktioniert. Produktanzeigen, Checkout-Prozesse oder Zahlungsintegrationen können ohne Vorwarnung brechen.

Plugin-Ökosystem stirbt mit. Plugins, die speziell für das Ceres-Template entwickelt wurden, werden von ihren Entwicklern ebenfalls nicht mehr gewartet. Euer Shop wird zunehmend inkompatibel mit dem Rest des plentymarkets-Ökosystems.

Die genaue Timeline ist weniger klar als bei anderen Plattform-Abschaltungen (z.B. Shopify Scripts mit festem Stichtag 30. Juni 2026). plentysystems kommuniziert keine harte Deadline, sondern lässt das alte System schrittweise veralten. Das klingt sanfter, ist aber tückischer: Es gibt keinen klaren Punkt, an dem ihr handeln müsst. Stattdessen wird euer Shop Monat für Monat ein Stück fragiler.

Wen es betrifft

Nicht jeder plentymarkets-Nutzer ist gleich betroffen. Die Unterscheidung ist wichtig:

Situation
Betroffen?
Handlungsbedarf
Ihr nutzt plentyShop LTS (Ceres) als euren Onlineshop
Ja, direkt
Hoch: Migration planen
Ihr nutzt das neue plentyShop Frontend
Nein
Aktuell kein Handlungsbedarf
Ihr nutzt plentymarkets nur als Warenwirtschaft (kein eigener Shop)
Nein
plentyShop-Abschaltung betrifft euch nicht
Ihr verkauft ausschließlich über Marktplätze (Amazon, eBay)
Nein
Shop-Frontend irrelevant
Ihr nutzt plentymarkets mit einem externen Frontend (Headless)
Teilweise
Abhängig von API-Kompatibilität

Der typische Fall: Ihr seid ein mittelständischer Händler, der plentymarkets als Zentrale für Warenwirtschaft, Marktplatzanbindung UND eigenen Shop nutzt. Euer Shop läuft auf Ceres, ihr habt ein paar Plugins installiert und das Template leicht angepasst. Dieses Setup hat die letzten Jahre funktioniert. Ab jetzt wird es zum Risiko.

Vier Optionen: Wohin ihr wechseln könnt

Option 1: Migration auf das neue plentyShop

Der naheliegendste Weg. Ihr bleibt im plentymarkets-Ökosystem und wechselt vom alten LTS-Frontend auf das neue plentyShop, das auf einer moderneren Frontend-Architektur basiert.

Vorteile: Eure Warenwirtschaft, Marktplatz-Anbindungen und Backend-Prozesse bleiben unverändert. Kein Datenexport, kein Systemwechsel, nur ein neues Frontend. Wenn euer Geschäftsmodell eng mit plentymarkets verzahnt ist (Multi-Channel, Fulfillment-Logik, Retouren-Workflows), ist das der Weg mit dem geringsten Risiko.

Nachteile: plentymarkets als Gesamtsystem steht unter Druck. Die Plattform verliert Marktanteile (der Hauptbegriff “plentymarkets” zeigt einen Rückgang von 45% im Suchvolumen im Jahresvergleich). Das Ökosystem schrumpft: weniger Agenturen, weniger Plugin-Entwickler, weniger Community-Support. Wer auf das neue plentyShop migriert, löst das LTS-Problem, aber nicht die Frage, ob plentymarkets langfristig die richtige Plattform ist.

Realistischer Aufwand: 2 bis 8 Wochen für ein Standard-Setup. Deutlich mehr, wenn ihr stark customized habt oder Plugins ersetzen müsst, die es für das neue Frontend nicht gibt.

Option 2: Wechsel zu Shopware 6

Shopware ist die stärkste Alternative im DACH-Markt für Händler, die von plentymarkets kommen. Besonders wenn euer eigener Shop eine wachsende Umsatzquelle ist, nicht nur ein Beikanal neben Amazon.

Vorteile: Modernes, API-first-System mit starkem Ökosystem in Deutschland. B2B-Features (Rollen, Genehmigungsprozesse, individuelle Preislisten) sind nativ vorhanden. Große Agentur- und Plugin-Landschaft. Headless-Option über die Store API für zukunftssichere Frontend-Architektur. Und: deutlich niedrigere Lizenzkosten als viele Händler erwarten.

Nachteile: Shopware ist primär ein Shop-System, keine Warenwirtschaft. Ihr braucht entweder ein separates ERP/WaWi (z.B. JTL, Xentral, Microsoft Dynamics) oder nutzt plentymarkets weiter als Backend und setzt Shopware nur als Frontend davor. Das funktioniert, ist aber ein Integrationsprojekt.

Realistischer Aufwand: 3 bis 6 Monate für eine vollständige Migration mit Datenmigration, Template-Anpassung und Integrationsaufbau.

Option 3: Wechsel zu Shopify

Shopify ist die richtige Wahl, wenn euer Fokus auf dem eigenen D2C-Shop liegt und ihr Geschwindigkeit über maximale Anpassbarkeit stellt.

Vorteile: Schnellster Time-to-Market aller Optionen. Hosting, Sicherheit und Updates sind inkludiert. Starke App-Landschaft für Marktplatz-Anbindungen (Amazon, eBay über Channel-Apps). Shopify Plus bietet B2B-Features und Checkout Extensibility für komplexe Checkout-Logik. Internationalisierung ist eine Stärke.

Nachteile: Shopify ist kein ERP. Warenwirtschaft, Fulfillment-Logik und Multi-Warehouse-Steuerung müsst ihr über externe Tools abbilden. Für Händler, die plentymarkets primär als Warenwirtschafts-Zentrale nutzen, bedeutet das: Ihr braucht ein separates System für das, was plentymarkets bisher in einer Oberfläche abgedeckt hat. Außerdem: Transaktionsgebühren bei externen Zahlungsanbietern und eingeschränkte Anpassbarkeit im Vergleich zu Open-Source-Systemen.

Realistischer Aufwand: 2 bis 4 Monate für den Shop-Aufbau. Plus Integrationsaufwand für ERP/WaWi-Anbindung.

Option 4: Headless Frontend vor plentymarkets

Der flexibelste Weg. Ihr behaltet plentymarkets als Backend (Warenwirtschaft, Marktplätze, Logik) und setzt ein separates, modernes Frontend davor, das über die plentymarkets REST API kommuniziert.

Vorteile: Ihr trennt Frontend und Backend voneinander. Keine Abhängigkeit mehr von plentyShop oder Ceres. Performance-Optimierung ist komplett in eurer Hand. Und: Euer Shop wird agent-ready, weil Agents über APIs kommunizieren, nicht über Browser-UIs.

Nachteile: Die plentymarkets REST API ist funktional, aber nicht für High-Performance-Headless-Commerce optimiert. Latenzen, Ratenlimits und fehlende Endpunkte können zum Problem werden. Jedes Backend-Update von plentysystems kann eure API-Integration brechen, wenn keine saubere Versionierung besteht.

Die entscheidende Frage bei diesem Weg: Baut ihr das Frontend komplett selbst, oder nutzt ihr eine Frontend Management Platform, die euch den Großteil der Infrastruktur-Arbeit abnimmt?

Variante A: Custom Headless Frontend. Ihr baut euer Frontend von Grund auf mit Next.js, Nuxt oder Remix. Maximale Kontrolle, aber auch maximaler Aufwand. Ihr braucht ein Entwicklerteam, das das Frontend aufbauen, warten und bei jedem plentymarkets-API-Update anpassen kann. Realistischer Aufwand: 4 bis 9 Monate, abhängig von der Komplexität eures Shops.

Variante B: Laioutr als Frontend-Schicht. Laioutr ist eine Frontend Management Platform, die als performante Headless-Schicht zwischen eurem plentymarkets-Backend und euren Kunden sitzt. Statt ein Frontend von Null aufzubauen, arbeitet ihr komponentenbasiert mit Visual Editing. Das heißt: Euer Marketing-Team kann Seiten und Inhalte eigenständig anpassen, ohne auf Entwicklerkapazität zu warten. Content und Commerce werden sauber über definierte Schnittstellen zusammengeführt, nicht über fragile Custom-Integrationen. Der Effekt: schnellerer Go-live, bessere Performance und deutlich weniger laufender Wartungsaufwand als bei einem komplett selbst gebauten Frontend. Realistischer Aufwand: 2 bis 4 Monate.

Was eine Migration wirklich kostet

Die ehrliche Antwort: Es hängt davon ab, wohin ihr wechselt und wie komplex euer aktuelles Setup ist. Aber ein grober Rahmen hilft bei der Einordnung.

plentyShop neu
Shopware 6
Shopify
Headless (Custom)
Headless (Laioutr)
Lizenzkosten/Monat
Im Plenty-Vertrag inkl.
Ab 0 EUR (Community) bis 2.495 EUR/Mo (Enterprise)
Ab 36 EUR/Mo, Plus ab 2.300 EUR/Mo
Abhängig vom Tech-Stack
Laioutr-Lizenz + Hosting
Migrationskosten (einmalig)
5.000 bis 25.000 EUR
30.000 bis 100.000 EUR
20.000 bis 60.000 EUR
40.000 bis 120.000 EUR
25.000 bis 60.000 EUR
Timeline
2 bis 8 Wochen
3 bis 6 Monate
2 bis 4 Monate
4 bis 9 Monate
2 bis 4 Monate
Laufende Kosten/Monat
Plenty-Vertrag
Hosting + Wartung (500 bis 2.000 EUR)
Shopify-Abo + Apps (200 bis 3.000 EUR)
Hosting + Dev-Team
Laioutr-Abo + geringer Dev-Aufwand
Marketplace-Anbindung
Nativ (über Plenty-Backend)
Über Middleware (z.B. Channable, Tradebyte)
Über Channel-Apps
Über Plenty-Backend
Über Plenty-Backend
WaWi/ERP
Inkludiert (Plenty)
Separates System nötig
Separates System nötig
Plenty als Backend
Plenty als Backend

Wichtig: Die günstigste Option ist nicht automatisch die beste. Wer auf das neue plentyShop migriert, spart kurzfristig Geld, investiert aber in ein Ökosystem mit schrumpfender Community. Wer zu Shopware oder Shopify wechselt, zahlt mehr für die Migration, gewinnt aber langfristig ein aktiveres Ökosystem und mehr Flexibilität.

Ihr wollt wissen, was die Migration in eurem konkreten Fall kostet? Sprecht uns an. Wir rechnen das mit euch durch, ehrlich und ohne Schönfärberei.

Worauf bei der Datenmigration zu achten ist

Die Datenmigration ist der Teil, der in den meisten “Alternativen”-Artikeln übersprungen wird. Zu Unrecht, denn hier passieren die teuersten Fehler.

Was sauber migriert werden kann

Produktdaten (Name, Beschreibung, Preise, Bilder, Varianten) lassen sich in der Regel über CSV-Export aus plentymarkets extrahieren und in das Zielsystem importieren. Bei Shopware und Shopify gibt es dafür etablierte Import-Tools.

Kundendaten (Name, Adresse, E-Mail, Bestellhistorie) sind migrierbar, aber Passwörter nicht. Eure Kunden müssen im neuen System ein neues Passwort setzen. Das klingt trivial, kann aber zu Reibungsverlusten führen, wenn ihr es nicht kommuniziert.

Bestellhistorie ist migrierbar, aber oft nur als Archiv. Offene Bestellungen, laufende Retouren und aktive Abonnements müssen manuell übergeleitet werden.

Was Probleme macht

Marktplatz-Anbindungen sind der kritischste Punkt. Amazon, eBay, Otto und andere Marktplätze sind über plentymarkets-spezifische Konnektoren angebunden. Diese Konnektoren existieren im Zielsystem nicht 1:1. Ihr braucht entweder native Integrationen des neuen Systems oder eine Middleware wie Channable oder Tradebyte. Die Re-Authentifizierung und das Mapping von Produktdaten auf den Marktplätzen kann Wochen dauern.

SEO-URLs und Redirects. Euer aktueller Shop hat URLs, die Google indexiert hat. Wenn ihr den Shop wechselt, ändern sich diese URLs. Ohne saubere 301-Redirects verliert ihr eure organischen Rankings. Das wird regelmäßig vergessen und ist einer der teuersten Fehler bei Shop-Migrationen.

Custom Plugins und Anpassungen. Alles, was ihr über Plugins oder Custom-Code im Ceres-Template angepasst habt, muss im Zielsystem neu gebaut werden. Rabattlogiken, spezielle Produktkonfiguratoren, individuelle Checkout-Schritte: Nichts davon lässt sich automatisch migrieren.

Tracking und Attribution. GTM-Container, GA4-Events, Facebook Pixel, Conversion-Tracking: All das muss im neuen System neu aufgesetzt werden. Und die historischen Daten aus dem alten System bleiben dort, nicht im neuen.

Wie ihr den Wechsel plant

Statt einer generischen Checkliste, die bei jedem Projekt anders aussieht, drei Leitfragen, die eure Entscheidung strukturieren:

1. Wie wichtig ist euer eigener Shop im Vergleich zu Marktplätzen?

Wenn 80% eures Umsatzes über Amazon und eBay kommen und euer Shop primär ein Schaufenster ist: Migriert auf das neue plentyShop und fokussiert eure Energie auf die Marktplätze. Die Kosten und Risiken eines Plattformwechsels lohnen sich nicht für einen Kanal, der 20% eures Geschäfts ausmacht.

Wenn euer eigener Shop ein Wachstumskanal ist oder werden soll: Denkt über einen Plattformwechsel nach. Shopware oder Shopify bieten euch Möglichkeiten, die plentymarkets als Shop-Plattform nicht hat.

2. Wie tief seid ihr in das plentymarkets-Ökosystem integriert?

Wenn eure gesamte Logistik, Retourenabwicklung und Marktplatzsteuerung über plentymarkets läuft: Ein Komplettausstieg ist ein großes Projekt. Prüft, ob ein Headless-Frontend vor plentymarkets die bessere Option ist, als alles auf einmal zu wechseln.

Wenn plentymarkets hauptsächlich euer Shop-System ist und die Warenwirtschaft ohnehin extern läuft: Ein sauberer Wechsel zu Shopware oder Shopify ist realistischer.

3. Wie sieht eure Wachstumsstrategie aus?

Internationalisierung? Dann ist Shopify stark. B2B-Ausbau? Dann hat Shopware die besseren nativen Features. Maximum Flexibilität bei komplexem Multi-Channel? Dann lohnt sich der Headless-Weg. Und wenn “weitermachen wie bisher, nur stabiler” die ehrliche Antwort ist: Neues plentyShop und fertig.

Unsicher, welche Option zu euch passt? Kontakt aufnehmen. Wir sortieren das gemeinsam. Unverbindlich, ohne Agenturtheater.

Häufige Fragen zu plentymarkets und dem LTS-Ende

Welche Alternativen gibt es zu plentymarkets?

Die relevantesten Alternativen für den DACH-Markt sind Shopware 6 (starkes Ökosystem, B2B-Features, Open Source), Shopify (schnellster Time-to-Market, global), JTL (fokussiert auf Warenwirtschaft und Marktplatz-Anbindung) und Composable-Commerce-Stacks (für komplexe, individuelle Anforderungen). Welche passt, hängt davon ab, ob ihr primär einen Shop, eine Warenwirtschaft oder beides sucht.

Was kostet plentymarkets im Vergleich zu Alternativen?

plentymarkets berechnet nach Auftragsvolumen. Bei 3.000 bis 5.000 Bestellungen pro Monat liegen die Kosten bei rund 1.000 EUR monatlich. Shopware Community Edition ist kostenlos (plus Hosting), Shopware Rise ab 600 EUR/Monat. Shopify Basic ab 36 EUR, Plus ab 2.300 EUR/Monat. Die reinen Lizenzkosten sind aber nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend sind die Gesamtkosten inklusive Hosting, Wartung, Plugins und Agenturleistungen.

Was ist ein plentyONE Shop?

plentyONE ist die aktuelle Markenbezeichnung für das plentymarkets-Gesamtsystem. Der plentyONE Shop (vormals plentyShop) ist das neue, aktiv gewartete Frontend. Es ersetzt das ältere plentyShop LTS (Ceres-basiert), das abgeschaltet wird. Wenn ihr heute “plentymarkets Shop” hört, ist damit in der Regel plentyONE gemeint.

Wie sind die Bewertungen von plentyONE?

Gemischt. Im Sellerforum berichten Händler von Preiserhöhungen, einem schrumpfenden Plugin-Ökosystem und nachlassendem Support. Gleichzeitig schätzen langjährige Nutzer die Tiefe der Marktplatz-Anbindungen und die All-in-One-Logik. Die Wahrheit liegt dazwischen: plentyONE ist funktional, aber das Ökosystem schrumpft. Die Frage ist nicht, ob das System heute funktioniert, sondern ob es in drei Jahren noch die richtige Basis ist.

Kann ich plentymarkets als Backend behalten und nur das Frontend wechseln?

Ja, das ist die Headless-Option. Ihr behaltet plentymarkets für Warenwirtschaft, Marktplätze und Logistik und setzt ein separates Frontend davor, das über die REST API kommuniziert. Entweder komplett custom (Next.js, Nuxt) oder über eine Frontend Management Platform wie Laioutr, die den Aufbau beschleunigt und den laufenden Wartungsaufwand reduziert. Für Händler mit starker plentymarkets-Abhängigkeit ist das oft die pragmatischste Option.

Ist plenty shop seriös?

Ja. plentysystems ist ein etablierter Anbieter aus Kassel mit über 20 Jahren Marktpräsenz. Die Frage ist nicht die Seriosität, sondern die strategische Richtung: Das Unternehmen fokussiert sich zunehmend auf das neue plentyONE-System und zieht sich vom alten LTS-Frontend zurück. Für Händler auf dem alten System bedeutet das Handlungsbedarf, kein Vertrauensproblem.

Was passiert, wenn ich nichts tue?

Euer plentyShop LTS funktioniert weiter, bis er es nicht mehr tut. Ohne Updates wird das Frontend zunehmend inkompatibel mit Backend-Änderungen, Plugins veralten, Sicherheitslücken bleiben offen. Es gibt keinen festen Stichtag wie bei SAP Hybris am 31. Juli 2026, aber das Risiko wächst mit jedem Monat. Je länger ihr wartet, desto eingeschränkter werden eure Optionen und desto teurer wird die Migration, weil mehr Inkompatibilitäten aufgelöst werden müssen.

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